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GSC - Gay Summit Club Allgäu



GSC-Filmfest 2017




Am 28. Oktober ist es wieder soweit, dann startet am frühen Nachmittag die 23. Ausgabe des GSC-Filmfests, wie gewohnt im Filmhaus Huber in Bad Wörishofen.


Dem bewährten Konzept bleiben wir natürlich treu: ein handverlesenes Filmprogramm, sorgsam ausgewählt und für filmfesttauglich befunden, gepaart mit unserem gigantischen Kuchenbuffet zur Kaffeepause und leckerem Abendessen, wie immer auch mit einem vegetarischen Angebot.


Der Vorverkauf startet am 1. Oktober, um 0.00 Uhr werden die Tickets freigeschaltet. Dann heißt es schnell zuschlagen, da wir meist innerhalb kurzer Zeit ausverkauft sind. Bis dahin ist auch der Ticketpreis exakt durchkalkuliert, der bei rund 30,-- Euro liegen wird. Alle Details, wie und wo die Tickets erworben werden können, erfahrt Ihr rechtzeitig hier bzw. auf unserer Facebookseite.

Die ausgewählten Spielfilme könnten gegensätzlicher nicht sein.

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Vergangene Filmfeste


Rückblick auf das Filmfest 2016 und mehr



Fotogalerie der bisherigen Filmfeste

Vielen Dank an die Mindelheimer Zeitung.


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Den Auftakt macht der erste Film im Nachkriegsdeutschland, der sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte und fast auf den Tag genau vor 60 Jahren seine Premiere hatte:
"Das dritte Geschlecht", bzw. in der deutsch-zensierten Fassung: "Anders als Du und ich. § 175". Deutschland 1957, 91 Minuten.


Für uns Anlass, diesen umstrittenen, aber durchaus wichtigen Film ins Programm zu nehmen und damit zu dokumentieren, dass aus schwuler Sicht zwischen 1957 und 2017 zum Glück Welten liegen. Unter seinem ursprünglichen Titel durfte der Film nur im Ausland gezeigt werden. In Deutschland wurde er zunächst vollständig verboten. Die Freiwilligen Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft (FSK) ließ den Film erst nicht zu, Begründung u. a.: Der Film würde "sittlich verwirrend und damit entsittlichend auf weite, normal empfindende Kreise wirken" und müsse "aus dem Gesichtspunkte der Erhaltung der Volksgesundheit (...) vom Publikum ferngehalten werden". Erst nachdem Regisseur Veit Harlan ein Plädoyer gegen den Paragraphen 175 aus dem Film herausnimmt, in nachträglich synchronisierten Dialogen die Amoralität und Strafbarkeit homosexuellen Verhaltens hervorhebt und in einer nachträglich gedrehten Szene den homosexuellen Hauptprotagonisten verhaften lässt, wird der Film in der Bundesrepublik unter neuem Titel freigegeben.


Für Hauptdarsteller Christian Wolff, später als Serienförster im TV zu großer Popularität gelangt, war es direkt von der Schauspielschule weg die erste Arbeit vor der Kamera. Er mimt den gefährdeten jungen Mann aus gutem, konservativem Haus, der in den Dunstkreis eines homosexuellen Kunsthändlers gerät, aber schließlich Dank der strafbaren Kuppelei der Mutter, die erfolgreich das Hausmädchen auf den verwirrten Jungen ansetzt, auf den "rechten" Weg geführt wird. Heute trotz solider Inszenierung teils unfreiwillig komisch, teils schwer verdaulich ist "Anders als Du und ich" dennoch ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument.

Das Kernstück unseres Programms wird zweifelsohne:
"God's Own Country", UK 2017, 104 Min., OmdU

Wir haben den Film gesehen und waren sofort beeindruckt von dem Sog, mit dem uns die Figuren in ihre Geschichte hineinziehen, wenn auch manche Bilder durchaus hart, roh und ungeschminkt rüberkommen. Das Leben des 24-jährigen Johnny ist karg und einsam. Er wohnt und arbeitet auf der abgelegenen Schafsfarm seiner Familie im Norden Englands. Zwischen ihm, seinem kranken Vater und der stoischen Großmutter fallen nur wenige, grobe Worte. Um seine Frustration zu betäuben, betrinkt er sich jeden Abend im nahe gelegenen Pub, hat ab und zu unverbindlichen Sex mit jungen Männern und gibt den kalten Kotzbrocken. Als im Frühjahr der gleichaltrige Saisonarbeiter Gheorghe aus Rumänien auf die Farm kommt, ist Johnny zunächst misstrauisch und mürrisch. Doch je mehr Zeit die beiden jungen Männer während der schweren Farmarbeit miteinander verbringen, desto intensiver wird ihre Anziehung. Aus flüchtigen Blicken und Gesten werden Berührungen, bis sie in der Abgeschiedenheit eines Camps in den Hochmooren das erste Mal Sex miteinander haben. Johnny begehrt Gheorghe nicht nur körperlich, er fühlt bei ihm auch eine Geborgenheit, die er zuvor nicht kannte. Doch Gheorghe will auf Dauer keine Heimlichkeiten, will dass Johnny vor der Familie und in der Öffentlichkeit zu ihm steht. Ansonsten hat die Beziehung für ihn keine Zukunft...

Regisseur Francis Lee hat sein raues Regiedebüt in der eigenen Heimat gedreht: der ehemaligen Grafschaft Yorkshire, die Engländer aufgrund ihrer archaischen Landschaft auch „God’s Own Country“ nennen. Inmitten einer unwirtlichen Natur, die als Abbild der anfänglichen Isolation seiner Figuren dient, erzählt Lee in realistischen Bildern von harscher Schönheit die packende Geschichte einer sexuellen und emotionalen Erweckung – und die Geschichte einer gewaltigen Liebe!

GOD’S OWN COUNTRY hatte seine Weltpremiere in Sundance, wo der Film mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde. Es folgten zahlreiche weitere Festivalauftritte und Auszeichnungen, u.a. im Panorama der Berlinale (Preis der Männer“-LeserInnen-Jury), dem Edinburgh Film Festival (Preis für den Besten Britischen Film) und dem Frameline Film Festival in San Francisco (Publikumspreis).


Zum Abschluss wie immer eher heitere, leichte aber nicht seichte Kost:
"A Holy Mess - Eine schöne Bescherung", Schweden 2015, deutsche Synchronfassung, 108 Min.

Diese Komödie ließ die Schweden in Scharen in die heimischen Kinos strömen. Letztes Jahr wurde die Synchronisierung des bereits in unserem Programm angekündigten Films nicht rechtzeitig fertig. Aber wir wären schlecht beraten, wenn wir Euch diesen temporeichen, turbulenten Kassenhit trotz einem Jahr Verspätung nun vorenthalten würden: Ein heiliges Durcheinander ist eigentlich vorprogrammiert, als Oscar, sein Lebenspartner Simon und die gemeinsame Freundin Cissi sich entschließen, ihre gesamte, leicht homophobe Familie über die Weihnachtsfeiertage zu sich nach Hause zu holen. Die drei haben vor Kurzem zusammen ein Haus gekauft und sind noch beim Renovieren. Vor allem das Kinderzimmer soll möglichst bald fertig werden, denn Cissi ist im neunten Monat schwanger. Keiner der angereisten Verwandten wußte von der Schwangerschaft, schon gar nicht, wer denn nun eigentlich der Vater ist. Simon oder Oscar? Um ihr Geheimnis zu offenbaren, muss erst die adventliche Zeit der Versöhnung und Toleranz die gesamte Großfamilie zusammenbringen. Jetzt wird sich zeigen, wie tolerant die ach so toleranten Schweden wirklich sind. Aber gerade zum Fest der Liebe will doch schließlich jeder das Richtige tun. Ob das immer gelingt ist eine andere Frage...